...TITEL DES LAYS...
Wenn Kinder Konflikte wie die Großen lösen

Es ist so unglaublich wie tragisch und leider keine Hypothese sondern bitterer Ernst.

Die kleine Tochter meiner Nachbarin geht seit einigen Wochen in die erste Klasse - sie lernt gerade Buchstaben, indem sie sie knetet. Was hier so innovativ klingt, ist angeblich nicht Montessori, ähnelt den Strukturen jedoch sehr stark. Erst- und Zweitklässler sitzen gemeinsam in einer Mathestunde... die Einen lernen die Addition, die Anderen kennen nicht einmal die Zahlen von 1 bis 10.

Soweit klingt alles noch ganz friedlich. Doch auch die Drittklässler befinden sich in diesem Schulgebäude, beängstigender Weise direkt neben unserem Gymnasium, die Pausenhöfe durch eine imaginäre Linie getrennt. Ab der dritten Klasse gibt es in unserem Stadtteil nur die Möglichkeit, eine Montessoriklasse zu besuchen, solang man Grundschüler ist und es zeigt sich, dass die Strukturen dort, ein bisschen zu viel laissez-faire beinhalten.

Die Tochter meiner Nachbarin kam neulich aus der Schule und erzählte, ein Junge aus der Dritten habe einen anderen mit einem Messer bedroht, er hat es ihm an die Kehle gehalten. Wo die Erzieher oder Lehrer zu diesem Zeitpunkt waren ist unklar. Unübersichtlich ist der Schulhof eigentlich nicht. Jedoch sitzt die Aufsicht meist auf einer Bank an der einzigen Stelle, von der aus man nicht alle Ecken überblickt. Dass die Kleinen auch in unseren Teich fallen könnten, der nur durch einen Zaun gesichert ist, den man leicht mit Räuberleiter überwinden kann, interessiert dabei nicht.

Vermutlich hätten die Erzieher nichts von den Geschehnissen mitbekommen, hätte nicht ein Erstklässer geistesgegenwärtig gehandelt und die Erzieher gerufen, um sie bei ihrem Kaffekränzchen auf der Bank in der Sonne zu stören. Erst daraufhin soll der Junge das Messer von der Kehle des Anderen genommen haben. Die Polizei ist verständigt worden, konnte jedoch nichts tun - der Junge ist noch nicht strafmündig.

Auf Anfragen meiner Nachbarin, ob das, was ihre Tochter ihr berichtet habe, schwieg der Direktor nur.  Ein Beauftragter der Polizei führte am nächsten Tag Taschenkontrollen durch. Ein Schuleingeständnis.

Das soetwas an Hauptschulen in sogenannten Problembezirken passiert, ist Alltag, dass es aber an einer Grundschule geschieht, ist alarmierend.

Und noch immer bleibt die Frage: Woher hatte der Junge das Messer?

Kann man seine Kinder noch ruhigen Gewissens inder Grundschule lassen?

Sollte die Polizeit dauerpräsent sein?

Warum werden die Erzieher nicht zur Rechenschaft gezogen?

Warum leugnet der Direktor die Vorfälle? Warum sagt nur die Sekretärin, was wirklich geschah?

9.10.08 19:40
 


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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


bwb86 / Website (10.10.08 14:02)
Hi Mey!

Wow!

Ich kann mir das alles nicht so recht vorstellen; so krass gehts bei uns am "friedliebenden Land" nicht zu...
Das krasseste, was ich am Gymi jemals mitbekommen habe, war, dass jemand aus der Unterstufe eine nicht übermäßig ernstgemeinte Morddrohung (im Grunde nur aus der Emotion heraus) an die Tafel geschrieben hatte während alle anderen in der Pause waren. Da war dann tatsächlich auch mal die Polizei da. Ausnahmsweise. Von 'ner "Dauerpräsenz" kann da nicht einmal annähernd die Rede sein...ist auch gar nicht notwendig. "Bei uns". Aber in Berlin scheint es ja ganz anders "zuzugehen"...ich kann mir das jedenfalls kaum vorstellen, "obwohl man sich schon immer so Sachen über die Großstadtschulen erzählt hat"...^^

LG besserwisserboy86


ff (11.10.08 12:23)
das is echt krass
ich versteh nich wie sowas einfach sein kann -und es wird totgeschwiegen
normalerweise is das doch n fall für die klatschpresse...
dabei bekommen wir ja sonst gar nix von problemschulen mit -ejdenfalls ned persönlich
und wenn dann sinds oberschulen!!
an ner grundschule is das krass
und das mit der zwei klassen in einer funzt ja auch ned... wenn die da nischt lernen
ich denke auch, das ist n system, wo höchstens gute schüler profitieren können... wenn überhaupt

lg


Hong / Website (11.10.08 15:41)
das ist echt schrecklich!
irgendwie unheimlich... ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass GRUNDSCHÜLER sowas machen.... in der Sek. II wär sowas ja noch "vorstellbar"... aber in der Grundschule? -da ist doch eigentlich noch "Heile Welt"...
nja, liegt wohl irgendwie mit dem Elternhaus/sozialem Umfeld zusammen.... ist schon n starkes Stück irgendwo....

bei uns gabs am Mittwoch im Wirtschaftsgym ne Bombendrohung... wurde alles evakuiert und so....
unsere Gesellschaft zerfällt wohl so langsam....


Claire / Website (11.10.08 17:15)
Das ist echt heftig...
Aber wie will man sowas verhindern? Es können nicht an jeder Schule Polizisten stehen und die Taschen der Kinder kontrollieren...
Das Problem ist wahrscheinlich, dass sich um diese Kinder zuhause nicht wirklich jemand kümmert und die dann den ganzen Tag vor dem Ferrnseher sitzen oder Computerspiele spielen...
Liebe Grüße
Claire

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